Ihr Konto  |  Warenkorb  |  Kasse | 
 
English Deutsch

Vollmann, Jürgen - Im Wind


[978-3-86991-126-7]

Edition Octopus, Softcover, 340 Seiten

Rädlich beobachtete etwa zehn Paare im angereiften Alter, die sich angenehm ungekünstelt amüsierten. Es waren offenbar ausschließlich Schweden. Außerdem entdeckte er einen älteren Mann, der barfuß mitten auf der Tanzfläche als Solist eine Art Ausdruckstanz zelebrierte. Obwohl der Herr sicherlich die zollfreien Alkoholika des Bordshops als Katalysator für seine Darbietung genutzt hatte, gelangen ihm einige schwungvolle Formationen, deren künstlerischer Wert deutlich über den Anstrengungen der Musiker lag. Rädlich mochte die den Schweden eigene Ungezwungenheit, die er einige Male hatte kennen lernen dürfen und die gelegentlich auch in völlige Hemmungslosigkeit abgleiten konnte, hatten sie erst einmal ihr alkoholrestriktives Land verlassen. Ein weißhaariger Schwede mit grünen Hosenträgern orderte gerade 'Blueberry Hill' und Rädlich war gespannt, auf welche Weise die beiden Virtuosen diesen Klassiker interpretieren würden.

Dann sah er sie. Sie blieb zunächst am Eingang stehen und sah sich um. Ihr Haar hatte sie jetzt hoch gesteckt und mit zwei - wie Rädlich vermutete - japanischen Essstäbchen fixiert, was offenbar eine geishahafte Anmutung erzeugen sollte. Sie trug ein weinrotes Sommerkleid, tailliert, gerade über die Knie fallend, mit sehr kurzen, soeben die Schultergelenke überdeckenden, weitgeschnittenen Ärmeln und einem tiefen Dekolletee, das ihre vollen Brüste betonte, die offenbar von einem gut kaschierten BH gestützt wurden. Am unteren Rand ihres Ausschnitts hatte sie eine Art Falter aus dunkelrotem Stoff befestigt, auf dem einige Pailletten blinkten.
Sie trug offene rote Riemchenschuhe mit mäßig hohem Absatz, auf denen sie sich recht sicher bewegte. Eine winzige silberne Handtasche mit feingliedriger Silberkette hing leger an ihrer rechten Schulter.
Insgesamt ein ungeheuer attraktiver Auftritt, wie Rädlich fand. Lady in red, dachte er. Auch ein alter Hit, den die beiden Musiker vielleicht drauf hatten.
Mit freundlichem Lächeln signalisierte sie, dass sie ihn entdeckt hatte und er antwortete mit einer kurzen Handbewegung.
Daraufhin kam sie zügig um die Tanzfläche herum.
"Na, sie sitzen wohl lieber etwas erhöht, falls unter den Tischen versprungene Schnappschildkröten unterwegs sind", strahlte sie ihn an, während sie auf einen freien Barhocker kletterte.
"Sie brauchen offenbar nicht lange, um zur Sache zu kommen", konterte Rädlich.
"Das kommt auf die Sache an!"
"Und das letzte Wort geben sie auch nicht gerne her!"
"Das liegt bei ihnen. Oder wissen sie immer vorher, welches Wort das letzte ist?" Sie sah ihn herausfordernd an.
Rädlich tat so, als müsse er darüber nachdenken.
"Bei ihnen ist zumindest eine gewisse Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass das nächste Wort auch das letzte sein könnte", neckte er dann.
"Ein langer und komplizierter Satz für eine einfache, aber natürlich falsche Beobachtung!" Sie grinste schelmisch.
"So falsch ja wohl nicht, wenn sie sich daran erinnern, wie schnell sie vorhin vom Sonnendeck verschwunden sind."
Nun sah er sie herausfordernd an.
"Männer, die mit Handys um sich schmeißen, aktivieren sofort meinen Fluchtinstinkt," parierte sie hellwach.
"Na, nun übertreiben sie aber gewaltig. Ihr Fluchtinstinkt hat ja wohl erst mit Verzögerung eingesetzt. Sie haben ihn wohl lange nicht aktivieren müssen?"
"Instinkte braucht man nicht zu aktivieren. Man kann es nicht einmal. Deshalb heißen sie ja Instinkte. Sie funktionieren quasi instinktiv. Und bei mir im Speziellen ist es so, dass ich über den plötzlichen - ich nenne ihn Hals-über-Kopf-Instinkt - verfüge und eben über den verzögerten, den sie die Ehre hatten kennen lernen zu dürfen und der praktisch den Weg des geordneten Rückzugs empfiehlt."
"Hhm, so so, geordneter Rückzug. Die Ordnung im Rückzug beinhaltet ja eine planerische Vorausschau, wie sie mir bei Instinkten definitiv unbekannt ist."
"Das glaube ich ihnen gern. Sie sind ja auch ein Mann."
"Das stimmt! Netter Falter übrigens", sagte Rädlich mit Blick auf ihr Dekolletee.
Damit hatte er sie etwas entwaffnet.
"Was meinen sie damit?", fragte sie mit leicht verunsicherter Stimme.
"Na der hübsche glitzernde Falter, den sie an so exponierter Stelle tragen."
Sie sah an sich herunter.
"Ach, jetzt verstehe ich erst. Falter, hhm. Das sollte eigentlich eine Schleife darstellen", war sie jetzt endgültig aus dem Rhythmus.
"Na, vielleicht aus der Familie der Schleifenfalter", neckte er weiter.
"...die evolutionsbiologisch der Gattung der Schnappschildkröten recht nahe steht", fing sie sich wieder, beugte sich zu ihm hinüber und griff nach der Getränkekarte.
Dabei weitete sich ihr Dekolletee ein wenig und Rädlichs Blick fiel auf den Ansatz einer Tätowierung über dem Spitzenrand ihres schwarzen Büstenhalters - offenbar eine Verzierung ihrer rechten Brust. Der kurze Moment genügte ihm, um eine Leopardentatze zu identifizieren.
Nun war Rädlich irritiert.
Es war nicht seine Abneigung gegen Tattoos, die ihn verwirrte. Auch nicht der inzwischen epidemisch verbreitete Glaube an die Unveränderlichkeit des Unterhautbindegewebes. Da hatte er spätestens resigniert, als Verena irgendwann mit dem unvermeidlichen Arschgeweih nach Hause gekommen war.
Es war etwas Anderes.
Was er schon auf dem Sonnendeck gespürt hatte.
Dass irgendetwas bei ihr nicht stimmte.
Er kam in seinen Überlegungen nicht weiter, denn sie sagte:
"Ich glaube ein Cocktail wäre jetzt das Richtige. Helfen sie mir bei der Wahl? Was meinen sie, welche Mixtur wäre für mich die passende?" Rädlich entschloss sich mitzuspielen.
"Passend wozu? Zu ihrem Temperament, ihrem Charme oder ihrer Schlagfertigkeit? Oder soll ich eher auf die farbliche Stimmigkeit achten? Und wenn ja, woran soll ich mich orientieren? An der Farbe ihres Kleides oder doch lieber an ihrem Lidschatten?"
Sie konnte ein kurzes, leicht prustendes Lachen nicht vermeiden, erwiderte aber sofort:
"Wie ich feststelle, haben sie doch in den letzten Minuten schon ausreichend Eindrücke aufgenommen. Werfen sie diese doch einfach zusammen, ziehen die Schnittmenge daraus und geben mir eine Empfehlung! Ich bin übrigens gleich am Verdursten!"
"Na, soweit wollen wir den Spaß nicht treiben. Mal sehen...."
Rädlich nahm die Getränkekarte zur Hand, tat so als müsse er die Namen der einzelnen Cocktails intensiv studieren und sagte schließlich:
"Tja, da haben wir zunächst mal Miss Piggy", taxierte er sie von oben bis unten.
Sie riss mit sichtlicher Empörung die dezent geschminkten Augen auf.
"Nein, das passt doch eher weniger", fuhr er fort. "Dann haben wir noch Evergreen." Wieder kam sein prüfender Blick. "Hhm, nein, das passt auch nicht, dafür sehen sie einfach zu jung aus."
"Danke sehr", nutzte sie die Chance.
"Unterbrechen sie mich bitte nicht, ich denke!", verlangte Rädlich distinguiert.
Sie räusperte sich mit gespieltem Respekt.
"Hhm, Harvey Wallbanger ist es auch nicht, der würde eher zu mir passen. Und bei Razz Muzz denke ich an einen alten Russen mit langem Bart." Rädlich schüttelte entschieden den Kopf.
"Hieß der nicht Rasputin und war der Liebhaber der Zarin?", warf sie ein.
"Soweit ich weiß, gibt es mehr als einen Russen. Ihre Bemerkung offenbart aber ihr Interesse an höfischen Gigolos, was fraglos ihre Gesamterscheinung um eine ganz wesentliche Facette komplettiert und mir die Cocktailempfehlung ungemein erleichtert. Wie wäre es mit Sex on the Beach?", fragte er herausfordernd.
Ein leichtes Zucken ihrer Wangen signalisierte ihm, dass ihr Schlagfertigkeitsspeicher allmählich entleert war und nach einigen "Hhm,Hhms" und "Tja,tjas", die ihr einen Zeitgewinn verschafften, meinte sie schließlich:
"Es soll ja inzwischen Kreuzfahrtschiffe geben, die auch einen künstlichen Strand an Bord haben. Unser Kahn hier ist eher die abgespeckte Variante. Wie sie unschwer einsehen werden, passt Sex on the Beach daher überhaupt nicht. Sonst vielleicht gerne…"
"Jetzt verwirren sie mich aber vollends. Soll ich denn etwa bei dem Versuch, ihr Wesen in Deckung mit einem Schnappsgemisch zu bringen, auch noch die technische Ausstattung des Vehikels berücksichtigen, mit dem wir unterwegs sind? Ich glaube, dann müsste ich doch allmählich die weiße Fahne hissen. Es sind aber Gott sei Dank nur noch zwei Möglichkeiten im Angebot. Das eine wäre Vanilla Passion. Was meinen Sie?"
Sie zögerte. "Nicht schlecht, eigentlich. Aber meinen sie nicht es könnte etwas zu viel Vanilla auf einmal sein?"
"Wie meinen sie das?", stutzte er.
"Diese Frage zeigt, dass sie die Lockstoffbasis meines Parfüms noch nicht wahrgenommen haben, nämlich Vanille."
"Nun ja, ich hoffe sie unterstellen mir keine olfaktorischen Defizite. Ich würde eher sagen, das spricht für sie. Die Frau von Welt und Klasse trägt nicht so stark auf, dass der Luftraum über benachbarten Barhockern geschwängert wird. Oder, um den maritimen Sprachjargon zu bemühen: die Sinnesbetäubung der ausgespähten Jagdbeute sollte erst dann beginnen, wenn deren persönliche Dreimeilenzone von etwa einem halben Meter unterschritten wird. Sie sind einfach zu weit weg!"
"Das können wir leicht ändern," sagte sie schnell, glitt von ihrem Barhocker, machte den einen Schritt zu ihm hin und da er breitbeinig auf seinem Barhocker saß, stand sie nun zwischen seinen Schenkeln, wobei ihr Hintern die Innenseite seines rechten Oberschenkels berührte. Sie fasste mit ihrer Rechten seinen linken Oberarm, war mit ihrer Stirn etwa fünfzehn Zentimeter vor seinem Kinn und sagte: "Ist es so besser?"
Rädlich war perplex. Es schien ihm, als wäre es Tausende von Jahren her, dass er einer Frau so nahe gewesen war. Er neigte seinen Kopf zu ihr herunter, sah ihre gepflegte Haut, ihren vollen Mund, der nur den gekonnten Hauch eines Lippenstiftes erdulden musste, nahm ihre grünen Augen wahr, die ihm bereits auf dem Sonnendeck aufgefallen waren, ihre wohlgeformte, gerade Nase und schnupperte in ihr Haar, das nicht - wie er fälschlich vermutet hatte - von Essstäbchen, sondern von einer entsprechend gestalteten Haarspange gebändigt wurde.
Er nahm ihren Duft wahr - eindeutig Vanille - es drängte ihn, sie zu berühren, er ließ seinen Blick tiefer gleiten und sah wieder die Leopardentatze.
Instinktiv straffte er sich und beeilte sich zu sagen: "Sie haben recht. Es wäre vielleicht etwas viel Vanille."
Das fast unmerkliche Zucken der Mundwinkel verriet ihre Enttäuschung, als sie sich ein wenig von ihm zurückzog und sagte:
"Nicht wahr? Und wir wollen ja nicht übertreiben!"
Rädlich ärgerte sich über seine Blödheit und versuchte die Situation zu retten:
„Nein, wir wollen es schon richtig machen. Jetzt sind wir in unserer Analyse so ins Detail gegangen, dass ich mir nun absolut sicher bin, dass die letzte Möglichkeit auch gleichzeitig die einzig passende für sie ist." Er spürte selbst, wie hohl seine Stimme klang.
Sie schaute ihn leicht skeptisch an, verzog die Mundwinkel zu einem ironischen Grinsen und fragte: "Nämlich?"
"Absolut Lust!"
"Wie bitte?", fragte sie irritiert.
"Absolut Lust. Das ist der Name des letzten Cocktails."
Sie prustete los: " Also gut, dann her damit. Mal sehen, wie die Wirkung ist!"
Rädlich gab dem Barkeeper ein Zeichen und bestellte den Drink.
"Und für sie dann den Wallbanger, den sie für sich so passend fanden - was ich nur unterstreichen kann", entschied sie für ihn.
Rädlich zögerte nur kurz in Erinnerung an die Wirkung des Whiskys und nickte.
Die Cocktails wurden serviert.
"Zum Wohl", sagte Rädlich und prostete ihr zu.
"Auf ihr Wohl", antwortete sie mit der gleichen Geste, "oder sollten wir allmählich zum skandinavischen Skal übergehen?"
"Ich bin mir nicht sicher, ob wir momentan in internationalen Gewässern dümpeln. In diesem Fall wäre es wurscht."
"Wurscht? Diesen Trinkspruch kannte ich noch gar nicht. Ist der Ostsee-typisch, eventuell baltischen Ursprungs?"
Rädlich stöhnte.
"Oh, wie darf ich das nun interpretieren. Erkenne ich da eine kleine Ermattung, vielleicht hervorgerufen durch Harveys Wallbanger?"
Der triumphierende Unterton ihrer Frage blieb bewusst unkaschiert.
"Ich denke, sie könnten recht haben", sagte er unerwartet ernst,
„das Zeug schmeckt ehrlich gesagt total beschissen. Und außerdem sind sie auch ein ganz schönes Kaliber!"
Sie änderte sofort ihren Ton. Ehrlich bemüht sagte sie:
"Ich glaube, ich verstehe ungefähr, was sie damit ausdrücken wollen. Ist es in Ordnung, wenn ich es als Kompliment auffasse?"
"Ich bitte darum." Rädlich lächelte sie an.
"Sie sind ein ungewöhnlicher Mann, sehr ungewöhnlich." Sie sah ihn versonnen an.
"Wie meinen sie das?"
"Sie sind so voller Gegensätze. Ein Berserker, der Telefone ins Meer schmeißt. Gleichzeitig ungeheuer aufmerksam und charmant. Sie wirken sehr erschöpft und sind doch ein sehr wacher und intelligenter Plauderer mit enormem Sprachwitz. Und rätselhaft."
"Rätselhaft?"
"Sie sind wohl so ziemlich der einzige Passagier, der seine Reisetasche mit in die Bar nimmt und sie unter den Barhocker klemmt, statt sie in der Kabine zu lassen. Ist da vielleicht irgendein Notfallset drin?"
"Könnte man fast so sehen. Was man 'halt so braucht."
"Und das wäre?"
"Ach…, nur geklaute Nummernschilder und einen Strick zum Aufhängen."
Sie schüttelte fassungslos und gleichzeitig amüsiert den Kopf.
"Sehen sie, das meine ich. Ich kenne niemanden, der eine derartige Antwort geben würde. Schon irgendwie makaber, oder?"
"Mag sein. Doch jetzt im Ernst: es ist einfach so, dass ich keine Kabine gebucht habe. Ich wollte die laue Sommernacht auf dem Freideck verbringen."
"Die ganze Nacht?"
Er nickte.
"Hatten sie bei Ihrer Planung Harveys Wallbanger mit drin?" Sie strahlte ihn an.
"Nein, bestimmt nicht. Ich hatte eher an eine alkoholfreie, nachdenkliche Nacht auf einem der Deckchairs gedacht", sagte er in leicht resigniertem Ton.
"Und da ist ihnen nun einfach das Leben dazwischen gekommen!"
Rädlich schwieg. Der Satz berührte ihn. Für einen Moment schien es ihm, als würde er das Gleichgewicht verlieren und griff instinktiv nach dem Bartresen.
"Oh, ein schönes Lied zum Tanzen, haben sie Lust?" Sie stemmte ihre Hände in die Taille und sah ihn auffordernd an.
Er zögerte.
Die beiden Musikanten spielten gerade "It never rains in Southern California". Das Lied war nicht zu schnell, dennoch wollte er sich lieber nicht vorstellen, wie er in bärenhafter Tapsigkeit den ewigen Sonnenschein Californiens betanzen würde.
"Ja", antwortete er", gute Idee. „Aber dann lassen sie mich das Lied aussuchen, okay?"
"Ganz wie sie wünschen", gab sie erfreut zurück.
Rädlich stand auf und ging zu dem jungen Gitarristen, flüsterte ihm etwas zu und erntete ein zustimmendes Nicken. Lächelnd kehrte er zurück.
"Das nächste Lied ist für sie", sagte er galant und reichte ihr seinen rechten Unterarm.
Sie hakte sich ohne zu zögern ein und beide gingen zum Rand der Tanzfläche, wo der Sonnenschein Californiens gerade seine letzten Strahlen ins Publikum sandte. Die beiden Musiker besprachen sich kurz, dann nahm der Vater das Mikrofon und kündigte an: "And now a special song for a beautiful Lady: Lady in red!"
Sie sah Thomas Rädlich gerührt an, stellte sich auf die Zehenspitzen, zog sich etwas an seiner Schulter hoch und küsste ihn auf die Wange, als auch schon das Intro des Songs erklang.
Durch den Kuss irritiert, verpatzte er prompt den Start, riss sich schnell zusammen und bot ihr eine, wie er meinte korrekte Tanzhaltung an. Sie jedoch schlug die Relikte seiner bescheidenen Tanzschulerfahrung aus und schlang stattdessen beide Arme um seinen Nacken, so dass er nicht umhin konnte, seine Hände auf ihrem Rücken zu platzieren. Er fühlte sich unwohl und gleichzeitig so wohl, wie lange nicht.
Sie drehten sich langsam nach der diesmal gekonnten Interpretation von Chris de Burghs Hit und es schien ihm, als würden die Musiker - mit seinem stillen Einverständnis - das Lied deutlich ausdehnen. Hier spielte ihm seine Wahrnehmung einen Streich, denn die beiden mussten ja die Vorgabe des Computers einhalten.
Gegen Ende des Songs bemühte sich der Vater um Augenkontakt mit Rädlich und bedeutete ihm weiter zu tanzen. Rädlich signalisierte mittels Augenzwinkern, dass er verstanden habe und nach einer winzigen Unterbrechung, die vom Sohn mit einem kleinen Gitarrensolo überbrückt wurde, erklangen die ersten Akkorde von 'Please release me' in einer Version, die er noch nie so schmalzig und noch nie so schön gehört hatte.
Rädlich spürte, wie seine Tanzpartnerin sich noch näher an ihn schmiegte. Da sie ihm nicht ganz bis zur Schulter reichte - er schätzte sie auf einsfünfundsechzig - neigte er seinen Kopf und berührte ihr dunkelblondes Haar mit seiner Wange. Ihren Vanille-Duft inhalierte er jetzt bereitwillig und spürte deutlich ihre Brüste, die sich an seinen Bauch anschmiegten, worauf er ihn automatisch etwas einzog. Er wagte es, seine rechte Hand über ihrem Kreuzbein zu platzieren und sie ließ ihn gewähren.
Das Lied ging zu Ende und es wurde ungewöhnlich laut applaudiert.
Als sie sich voneinander lösten bemerkten sie verlegen, dass der Applaus ihnen galt. Sie ergriff die Initiative und zog Rädlich von der Tanzfläche in Richtung Ausgang.
Er stoppte behutsam, ging schnell zum Tresen, zahlte ohne Wechselgeld zu fordern, griff nach seiner Tasche und kehrte zu ihr zurück, während erneut applaudiert wurde. Dabei registrierte er flüchtig, dass die Musiker ihre Darbietung unterbrochen hatten und das Publikum gebannt seine Aktion verfolgte. Kurzentschlossen vollführte er eine pirouettenartige Drehung, verbeugte sich tief, nahm ihre
ausgestreckte Hand und ließ sich von ihr aus der Bar ziehen.
"Komm mit", sagte sie bestimmt, während sie ihm erneut einen Kuss auf die Wange drückte.
Wortlos ließ er sich führen. Sie eilten über die Treppen, hinunter auf Deck neun und weiter auf Deck acht, durchkurvten ein Labyrinth von engen Gängen mit dicht nebeneinander liegenden Kabinentüren, bis sie schließlich an einer Tür, die aussah wie alle anderen, anhielt, geschickt eine Art Checkkarte aus ihrer winzigen Handtasche fingerte, damit das Schloss öffnete und ihn in ihre Kabine zog.
"Es ist eng, aber wir sind für uns", sagte sie aufgeregt, "ich gehe nur schnell ins Bad. Mach's dir bequem."
Damit verschwand sie durch eine kleine Zwischentür, hinter der Rädlich den Nassbereich vermutete.
Er sah sich um.
Die Kabine war klein, aber nicht ungemütlich.
Eine fensterlose Innenkabine mit zwei Einzelbetten, die geschickt eingepasst und mit dunkelblauen Tagesdecken bedeckt waren. Dazwischen war ein kleiner Tisch an der Wand verschraubt, darüber ein Spiegel mit durchaus stimmungsvoller Beleuchtung.
Er stellte seine Tasche unter der Garderobe ab und setzte sich auf ein Bett. Noch ehe er sich der Situation gewahr werden konnte erschien sie, in einen aufreizenden dunkelblauen Kimono gehüllt, dessen seidener Stoff die Konturen ihres Körpers mehr betonte als verbarg. Sie trat über die Schwelle des kleinen Bads, in der rechten Hand ihr rotes Kleid und ihre Unterwäsche, mit der linken die Tür aufhaltend.
"Willst du auch schnell 'rein?", fragte sie auffordernd.
"Jja, jja, klar", antwortete er verdattert, stand auf, schob sich an ihr vorbei in das winzige Duschbad und zog die Tür hinter sich zu.
Er füllte den Raum komplett aus.
Linkerhand war eine kleine Dusche mit Vorhang eingebaut, sein linkes Knie stieß an die in den Raum hineinragende Toilette und vor seinem Bauch befand sich ein kleines Waschbecken mit Ablage, unter der ein Müllbehälter angebracht war.
Auf der Ablage entdeckte er mehrere in einem Halbkreis drapierte Packungen verschiedenster Kondome, die offenbar gut vorbereitet ihrer Benutzung harrten. Er sah sich das Angebot genauer an. Da gab es zunächst das 'Lustsortiment No.1' - zehn Kondome in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die aufgedruckte Leuchtschrift verriet: 'Jetzt auch mit Schokoladengeschmack!'. Daneben lag ein Päckchen 'hauchdünn, genoppt', gefolgt von einer Klarsichtpackung, in der diverse 'humorvolle Lustspender' untergebracht waren. Es handelte sich um Kondome in verschiedenen Farben, deren Spitzen in Form 'lustiger' Figuren ausgebildet waren - diverse Tierköpfe und Comicmotive. Am meisten amüsierte ihn ein knallrotes Kondom mit Teufelskopf. Den Höhepunkt des Angebotes bildete ein in Folie eingeschweißter schwarzer Gummiring, den er zunächst nicht zuordnen konnte.
'Cockring - verlängert die Erektionsdauer ' stand als einzige Erklärung auf der Vorderseite aufgedruckt. Auf der Rückseite war die Handhabung des Ringes in eindeutigen Skizzen dargestellt.
Rädlich war ernüchtert.
Er fühlte sich überrumpelt. Was erwartete sie jetzt von ihm? Dass er bereits hier drinnen seinen 'Zeppelin aufsteigen' ließ, wie es Verena immer so bescheuert ausgedrückt hatte und dann mit übergestülptem Teufel plus Cockring die Tür aufriss und sich auf sie stürzte?
Wollte sie das?
Wahrscheinlich schon, sonst hätte sie die tollen Lustspender nicht so sensationell dekorativ hindrapiert. Wenn sie das wirklich beabsichtigte - und alles sprach dafür - dann war er nicht der Richtige, dann würde er sich umgehend empfehlen und sie sollte sich gefälligst einen Anderen aussuchen.
Rädlich wusste nicht so recht, wie er sich jetzt verhalten sollte. Duschen wollte er auf jeden Fall. Das hatte er ohnehin dringend nötig. Er zog sich aus, wobei er Mühe hatte, das Waschbecken nicht runter zu reißen, stopfte Socken und Unterwäsche in den Müllbehälter und hängte Hemd und Hose an den Haken, der an der Innenseite der Tür befestigt war. Seine Schuhe hatte er bereits vor dem Bett stehen lassen.
Er trat in die Dusche, schloss den Vorhang und genoss den warmen Brausestrahl. Aus dem fest installierten Behälter drückte er etwas Duschgel heraus, seifte sich komplett ein, duschte sich ausgiebig mit der Handbrause ab, öffnete den Vorhang und griff nach einem Handtuch, dass über dem Waschbecken hing.
Er fühlte sich erfrischt und wieder handlungsfähig. Nachdem er sich abgetrocknet hatte, wusste er, wie er vorgehen würde. Er schlang sich das Handtuch um die Hüften, hielt es mit der linken Hand zusammen, öffnete die Tür und betrat die Kabine.
Sie lag auf dem linken Bett - die blaue Tagesdecke strategisch geschickt über den relevanten Körperzonen, die Brüste kaum verhüllt. Nur die Brustwarzen waren abgedeckt, ihre Körperlage leicht seitlich, die Beine in einem verführerischen Winkel übereinandergelegt. Ihr Kimono bedeckte jetzt die Lampe über dem Spiegel, so dass ein diffuses blaues Licht den Raum beleuchtete. Der Leopard - er befand sich im Sprung - bildete den nun gut sichtbaren Blickfang auf ihrer rechten Brust.
Rädlich schloss die Tür, setzte sich auf das freie Bett und sah sie fest an. Sie war sichtlich irritiert.
"Komm doch. Komm doch zu mir!", forderte sie ihn mit leicht verunsicherter Stimme auf.
Rädlich sagte nichts.
"Willst du nicht zu mir kommen?", fragte sie erneut.
Rädlich räusperte sich.
"Vieleicht sollten wir die Dinge nicht überstürzen", sagte er in betont freundlichem Ton und bemühte sich, sie mit einem warmen Blick anzusehen.
Sie erstarrte dennoch sofort. Ihre Mundwinkel begannen zu zittern und Rädlich erschien es, als würden ihre sonst offenen, klaren Augen hinter einer feuchten Folie Schutz suchen. Erste Tränen lösten sich und rannen schwer und ungehindert über ihre Wangen. Ihr voller Mund - jetzt zu einem schmalen Strich zusammengepresst - schien ein inneres, den Ausbruch ankündigendes Beben kontrollieren zu wollen.
Es berührte ihn tief, mit ansehen zu müssen, wie ein ihr offenbar gut bekannter alter Schmerz ihr eben noch frohes und lebensbejahendes Gesicht in Besitz nahm, ihre Gesichtsmuskulatur die Haltekraft verlor, überfordert von den machtvolleren, aus tiefen verborgenen Schichten eruptierenden Energien, die unaufhaltsam hervorbrachen.
Ihr gesamter Körper schien sich fiebrig aufzuheizen, ein Aufbäumen vorbereitend.
Rädlich zuckte unwillkürlich zurück, als sich ihre Wut entlud, sie die blaue Tagesdecke wegschleudernd aufsprang und ihn splitternackt dastehend anschrie:
"Was wollt ihr eigentlich, was? Wann reicht es? Bin ich noch zu fett?", sie zwickte sich dabei in Bauch und Oberschenkel.
"Ist es das? Oder sind sie zu klein?" Sie fasste ihre Brüste an und bot sie dar. "Dann kann ich sie doch eben auffüttern lassen! Oder doch eher zu groß? Dann eben absaugen, kein Problem! Oder noch ein paar Tattoos? Nein, jetzt weiß ich's: es sind nicht genug Piercings! Stimmts?" Sie stieß ihn vehement mit dem Handballen gegen die Schulter und er sah, dass ihr Bauchnabel mit einem Brilliant geschmückt war.
"Ein kleiner Ring durch die Brustwarzen oder die Schamlippen, frei rasiert sind sie ja schon, und schon würde die Sache klappen, was? Stimmt's? Sag was, du verdammter Kerl", schrie sie ihn an.

"Nein!"
Rädlichs Ton war fest und bestimmt.
Sein erster Reflex riet ihm zur Flucht.
Weg.
Raus hier.
Was wollte sie von ihm?
Doch vor ihm stand eine reife, ungeheuer attraktive nackte Frau, die tief verletzt und verzweifelt war.
Konnte er da gehen?
Er stand entschlossen auf, nicht bemerkend, dass sein Handtuch dabei auf den Boden fiel. Bedingt durch die Enge des Raumes stand er direkt vor ihr. Nackt.
Sie funkelte ihn wütend an, ihre Blicke wie Geschosse auf ihn abfeuernd.
Mitfühlend und gleichsam unbeholfen versuchte er sie in den Arm zu nehmen, doch sie stieß ihn entrüstet weg, was beide fast aus dem Gleichgewicht brachte, da die beiden Bettkanten ein Zurückweichen nicht zuließen.
"Jetzt ist es aber genug!", sagte Rädlich in schneidendem, keinen Widerspruch duldenden Ton.
Er packte sie fest an den Schultern, zog sie an sich, ihr hartnäckiges Sträuben ignorierend und brach entschlossen ihren Widerstand. Sie versuchte sich zu wehren, besaß jedoch keine Chance, sich Rädlichs unnachgiebigem Griff zu entwinden.
"Jetzt machst du zur Abwechslung mal, was ich sage!"
Rädlich sprach zu ihr, wie zu einem Kind, dass sich einer Erziehungseinheit widersetzen will. Sie versuchte zu protestieren, doch er fuhr ihr mit entschiedenem „Nein!“ über den Mund, worauf sich ihre Wut in ein heftiges Schluchzen auflöste. Er lockerte behutsam seinen Griff, nahm sie wie ein gestürztes Kind auf den Arm und legte sie sanft aufs Bett, wo sie sich sofort in Embrionalhaltung zusammenkrümmte.
Dann legte er sich zu ihr, so dass ihr Rücken seinen Bauch berührte, schob ein Kissen vorsichtig unter ihren Kopf, nahm ein zweites für sich selbst und griff nach dem Zipfel der blauen Tagesdecke, die sie ans Fußende des Bettes geschleudert hatte.
Er zog die Decke über sie beide, bettete seinen Kopf auf das einmal gefaltete Kissen und schob seinen angewinkelten linken Arm als zusätzliche Stütze darunter. Mit seiner Rechten fasste er sie an ihrem rechten Oberarm und hielt sie mit zärtlichem und doch bestimmtem Griff fest.
Sie weinte.
Ihre Atmung war unregelmäßig, von wellenartigem Schluchzen begleitet.
Rädlich war erschüttert.
Wie lange war es her, dass sie getanzt hatten, dass er ihren Körper in so elektrisierender Weise gespürt hatte, ihr ohne Zögern gefolgt war, eingewoben in ihren Charme, ihre Intelligenz, ihre erotische Ausstrahlung? Gerade eben hatte er noch eine offene, charismatische reife Frau erleben dürfen und nun? Ein weinender, offenbar tief verletzter Mensch lag in seinem Arm - eine im Grunde groteske Situation.
Rädlich dachte nach.
Er hielt sie weiterhin fest, während er die Bilder der letzten Stunden vor seinem geistigen Auge Revue passieren ließ. Er sah sie noch einmal, wie sie ihn auf dem Freideck angesprochen hatte, er ihr hinterher schaute, sich nicht eingestehend, dass sie ihm gefiel und wie er sich dann doch gefreut hatte, sie in der Bar wiederzusehen. Ihr Temperament, ihr offener Blick, ihre Intelligenz - alles schien authentisch gewesen zu sein.
Er grübelte.
Von Anfang an gab es auch etwas in ihrer Erscheinung, das ihn irritiert hatte. Zuerst ein diffuses Gefühl nur. Vielleicht ein kurzer verhuschter Blick? Er konnte es nicht präzise erkennen.
Es hatte auch mit der Leopardentatze zu tun. Und mit den Kondomen sowieso. Und in der Bar, da hatte ihn die Art und Weise gestört, in der sie sich an ihn rangeschmissen hatte. Genau!
Und dann dieser Auftritt eben. Völlig aufgebracht war sie gewesen und hatte ihn beschuldigt! Wofür? Dass ihm die Piercings, Tattoos und Intimrasur nicht ausreichten? Er hasste das alles. Das hatte er alles bei Verena lange genug ertragen müssen. Wie kam sie darauf, dass er auf diesen Scheiß stand?
Er wartete. Er achtete auf ihren Atem, der regelmäßiger wurde. Ihr Schluchzen hatte nachgelassen.
Dann wusste er es!
Es war gar nicht um ihn gegangen!
Sie meinte nicht ihn!
Ihr Ausbruch, ihre Aggression richteten sich gegen das, was er für sie verkörperte und dem sie glaubte, nicht genügen zu können.
Er hatte die Lösung fast.
Die Zusammenhänge wurden deutlicher. Was ihn gestört hatte, war die Art und Weise, wie sie versuchte 'scharf' zu wirken.
Das war es!
Es passte einfach nicht zu ihr. Und im Grunde zu keiner Frau, wie er fand - vielleicht nicht ausnahmslos.
Zu ihr gehörte es jedoch bestimmt nicht! Total aufgesetzt und überflüssig, ja störend. Die Wesenszüge, die er in der kurzen Zeit hatte kennenlernen dürfen, waren so charismatisch, warm und reizvoll, dass dieses Scharfgetue wie eine billige Applikation auf etwas Vollkommenem wirkte. Auch körperlich.
Sie hatte einen wundervoll proportionierten Körper, war eben keine zwanzig mehr, aber keinesfalls zu dick. Was sollte er selbst denn da sagen? Und dann dieser ganze Schnickschnack! Tattoos, Piercings, diese ganze Selbstbeschädigung! Warum tat sie sich das an? Welche Erwartungen wollte sie damit erfüllen?

Plötzlich fiel ihm etwas ein.
"Wie heißt du eigentlich?" flüsterte er ihr zu, ihren Oberarm streichelnd.
"Suse", brachte sie hervor.
"Nein."
"Was, nein?"
"Nein, so heißt du nicht. Das passt nicht zu dir", sagte er zärtlich.
"Dann sag' doch auch Sue zu mir", ätzte sie, "wie mein Mann, wenn er geil ist, was selten genug vorkommt. Suse findet er zu unerotisch. Er steht mehr auf 'Sue'. Aber nur wenn er es amerikanisch ausspricht, so richtig schön derb. Sue, komm her! Sue, mach jetzt mal das! Sue, nimm deinen Arsch etwas höher! Sue, morgen will ich, dass du mich in Latex empfängst! Sag ruhig auch Sue!"
Rädlich verlor für einen Moment die Fassung, hielt sie aber weiter fest.
Sie war also verheiratet.
Klar. Irgendwie.
Er hatte sie sich bisher nicht als verheiratet vorgestellt. Daran hatte er überhaupt nicht gedacht! Aber, was hatte sie ihm da jetzt wieder erzählt? Szenen einer Ehe? Erotische Spielereien? Was sollte er dazu sagen?
"Sue passt noch viel weniger zu dir, das steht fest!" Rädlich
war sehr bestimmt. "Wie heißt du wirklich?"
Er strich ihr wieder über den Oberarm, doch sie antwortete nicht.
"Ich heiße Thomas. Nicht Tom. Und nicht Tommi. Außer für meinen besten Freund."
"Hallo Thomas", murmelte sie erschöpft.Dabei beließ sie es.
"Ich rate jetzt einfach mal. Oder noch besser, ich versuche mir vorzustellen, welcher Name zu einer solch wunderbaren, warmen, gefühlvollen Frau passen könnte. Es müsste ein Name sein, der weich ist, wie ein Seidentuch im Wind, der Weiblichkeit ausdrückt, der dir entspricht. Heißt du vielleicht Susanne?" Er war ganz behutsam.
"Das war ja nicht so schwer. Aber auch wenn's gelogen war, es klang schön", nuschelte sie in ihr Kissen.
Er sagte nichts.
Sie lagen schweigend, während er ihren Oberarm streichelte, dann seine Hand auf ihre Hüften gleiten ließ, sofort bereit, auf feinstes Zucken mit Rückzug zu reagieren. Sie zuckte nicht.
Er ließ seine Fingerkuppen zart ihren Oberschenkel streifend bis zu ihrem Knie gleiten, fuhr dann ganz leicht auf der Rückseite ihres Schenkels zurück, über ihren Po, die Hüften, den Rücken, zurück auf ihren Oberarm.
"Ich lüge nicht. Du bist eine ganz wundervolle Frau, ganz wundervoll!"
Rädlich hatte nie einen ehrlicheren Satz gesagt.
Sie schwieg.
Er spürte, dass sie allmählich begann, sich etwas wohler zu fühlen.

Der Kommunikationspsychologe Jürgen Vollmann (geb. 1959) ist Coach und Lehrtrainer für Burnout- und Stress-Prophylaxen. In seiner Praxis in der Nähe von Bremen erarbeitet er maßgeschneiderte Trainingsprogramme für seine Kunden aus Wirtschaft
und Sport und berät Privatpersonen in schwierigen Lebenssituationen. Weitere Infos unter: www.fundiertes-coaching.de

Dieses Produkt haben wir am Donnerstag, 19. August 2010 in unseren Katalog aufgenommen.