MV-Wissenschaft, Paperback, 139 SeitenPhysiker können im Allgemeinen komplexe Zusammenhänge gut analysieren und lassen sich dabei selten von scheinbar kausalen Zusammenhängen irritieren. Das erweist sich u.a. als besonders fruchtbar auf dem Gebiet der Ökonomie. Das hat zu der Spezialdisziplin Ökonophysik (Econophysics, Wirtschaftsphysik) geführt, aber:„Der Großteil ökonophysikalischer Aufsätze wird immer noch in physikalischen Wissenschaftsmagazinen und von Physikern veröffentlicht. Das Gros der sog. Mainstream-Ökonomen zeigte sich bisher unbeeindruckt durch die neuen Erkenntnisse, was aber weniger auf eine Widerlegung im wissenschaftlichen Diskurs zurückzuführen ist, als vielmehr auf offenes Desinteresse. Eine Ausnahme stellt die Finanzmarkttheorie dar, die einige der ökonophysikalischen Modelle übernommen hat.“(Wikipedia)Aber es gibt auch erfolgreiche Verbindungen. Die Universität Ulm schreibt auf Ihrer Homepage (www.wirtschaftsphysik.de): „Wirtschaftsphysik ist eine interdisziplinäre Kombination. Sie verbindet erfolgreiche physikalische Methoden mit den Problemfeldern modernen Wirtschaftens.“Jochen Ebel (*1941) ist einer der Physiker, die sich umfangreich mit der Ökonomie beschäftigt haben. Hier stellt er eine Analyse der Zusammenhänge zwischen steigender Produktivität und der Steigerung von Konsum und Rente vor. Dabei zeigt er, daß diese Zusammenhänge zu einer laufenden Verkürzung der durchschnittlichen Arbeitszeit geführt haben und auch weiterhin die Verkürzung der Arbeitszeit bei steigendem Konsum und steigender Rente erfordern. Da jetzt die Verkürzung der durchschnittlichen Arbeitszeit hauptsächlich durch steigende Arbeitslosigkeit erfolgt, schlägt er Methoden der Vollbeschäftigung mit steigendem Einkommen vor.