MV-Wissenschaft, Softcover, 212 Seiten»Dandiana« ist eine kleine Revolution der Dandyforschung, da der bislang recht überschaubare Korpus historischer Quellen, welche die Genese des Typus Dandy dokumentieren, hier um eine Vielzahl journalistischer wie literarischer Zeitzeugenberichte ergänzt wird. Die Analyse dieser Quellen zeigt, dass das Bild des Dandys einer Korrektur bedarf. Der gewandte und eloquente Mann von Welt, den der Begriff im Allgemeinen vorstellt, erweist sich deutlich als Spätform des Typus. In seinem Ursprung entpuppt sich der Dandy als unerwünschte Kreatur, der ihre Menschlichkeit zuweilen abgesprochen wird. Der Dandy galt den ersten Beobachtern als fremdes Wesen, impertinenter Wichtigtuer und gefährlicher Verführer der Jugend. Die positiven Merkmale, die den Dandy heute vordergründig bestimmen, sind in ihren Ursprüngen bereits bemerkbar, wurden jedoch häufig kritisch beäugt. Die hier vorgelegte Untersuchung füllt erfreulicherweise die Lücke der rezeptionsgeschichtlichen Erforschung des Phänomens Dandy und stellt, nicht zuletzt auch in der Auswahl der Quellen, eine große Bereicherung des Forschungsbereichs dar.Die Autorin, Melanie Grundmann, lebt und arbeitet als freie Kulturwissenschaftlerin in Berlin. Sie ist Inhaberin des Onlineportals www.dandysmus.de. Zuletzt erschien in ihrer Herausgeberschaft die Anthologie »Der Dandy - Wie er wurde, was er war« im Böhlau Verlag, Köln.