Archiv der Zeitzeugen 002, 297 Seiten, BroschurZu Beginn des zweiten Weltkrieges wurden alle Zivildeutschen aus dem europäischen Teil der Sowjetunion nach Sibirien und Kasachstan »umgesiedelt« und zusammen mit den schon dort lebenden Deutschen unter die Sonderaufsicht der Kommandantur gestellt. Der Großteil aller »Sonderumsiedler« sind Kinder und Jugendliche. Wie ertragen sie die Aufsicht der Kommandantur? Wie leben sie, wenn sie täglich von Fremden verfolgt und beobachtet werden? Was glauben sie, wenn jeder ihre Gedanken und jedes Wort Fremden bekannt sind, auch wenn sie nur dem besten Freund anvertraut wurden? Wie reagieren sie, wenn sie bevormundet und manipuliert werden?Fühlt man sich dann noch als Mensch oder eher als Sache in fremden Händen? Und dann beobachtet dieser Fremde genüsslich ihre Reaktion: Was machen sie jetzt? Geben sie auf? Drehen sie durch? Gehen sie vor die Hunde? Oder lehnen sie sich auf?Mit diesen Fragen befassen sich sechs Autobsolventen einer Lehrerbildungsanstalt in Nord-Kasachstan und rekonstruieren den Alltag in der Verbannung anhand eigener Erlebnisse und Erfahrungen. Sie schildern im Detail, mit welchen Mitteln und Methoden der sowjetische Geheimdienst KGB sein Netz knüpft und versucht, aus jedem »deutschen Welpen« einen Spürhund zu ziehen und ihn »für den Aufbau des Sozialismus« zu verwenden.